Kerbtier, das
eWDG
Bedeutung
Insekt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
kerben · Kerbe · Kerbholz · Kerbtier · Kerf
kerben Vb. ‘ritzen, einschnitzen, markieren’. Das ursprünglich starke, nur westgerm. belegte Verb geht allgemein zur schwachen Flexion über. Stark flektiert aengl. ceorfan ‘abschneiden, eingraben’, schwach mhd. kerben ‘einen Einschnitt machen, aufs Kerbholz einschneiden, feststellen’ (mit einem vereinzelten starken Part. Prät. gekurben); starke und schwache Formen zeigen mnd. mnl. nl. kerven, nur schwach ist engl. to carve ‘einschneiden, schnitzen’ (mit einem Part.adj. carven ‘geschnitzt’ in poetischer Sprache). Vielleicht besteht Verwandtschaft mit griech. gráphein (γράφειν) ‘einritzen, zeichnen, schreiben’, aslaw. žrěbъ, žrěbịjь ‘Würfel, Los, Geschick, Erbe’ (eigentlich ‘gekerbtes Stück Holz’), russ. žérebej (жеребей) ‘Los, durch Los zugefallener Anteil, kleines Stück’. Dazu stellt man auch die allerdings nur im Germ. verbreitete Wortgruppe krabbeln, Krabbe, Krebs (s. d.) und vereinigt alle Formen unter einem Ansatz ie. *gerbh-, *grebh- ‘ritzen, kratzen, krabbeln’. – Kerbe f. ‘Einschnitt, Einritzung’, mhd. kerbe, auch ‘Kerbholz’. Kerbholz n. ‘Holzstock, in den Zahlen und Zeichen zur Schuldenberechnung eingeritzt werden’ (15. Jh.), noch im 18. Jh. bei Verrechnungsaktionen in Gebrauch; daher etw. auf dem Kerbholz haben eigentlich ‘Schulden auf dem Kerbholz eingeritzt haben’, bildlich ‘etw. Unrechtes getan haben’. Kerbtier n. von Campe (1791) als dt. Ausdruck für Insekt (s. d.) erfolgreich vorgeschlagen; daneben (in nd. Lautung mit f) Kerf m. von Oken (1815) geprägt.
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
Zoologie
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Verwendungsbeispiele für ›Kerbtier‹
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora
Verputzt ansonsten lieber Würmer und Kerbtiere, als Vegetarier zu werden.
[Die Zeit, 25.12.2000, Nr. 52]
Diese gefangenen Kerbtiere werden teils lebend und roh gegessen, teils geröstet – sie schmeckten auch uns ausgezeichnet ‑, teils gemahlen, gebrüht und gekocht.
[Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 209]
Sie ist ein zu den Hautflüglern gehöriges Kerbtier, bekannt als Sinnbild des Fleißes.
[Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 884]
Zwischen den Überbleibseln dieser Speisen liegen winzige Reste verschiedener Kerbtiere.
[Süddeutsche Zeitung, 23.06.1994]
Deutschlands einziger Insektenkoch hält die Kerbtiere für das Lebensmittel der Zukunft.
[Der Tagesspiegel, 08.05.2005]
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